06.10.2017

    Klostereinweihung in Dänemark - mit Segen, Weihwasser und Suppe


    Die Einweihung eines neuen Klosters ist eine seltene Begebenheit - ganz besonders in Dänemark, wo die katholische Kirche eine sehr kleine Minderheit darstellt. Am 3. Oktober jedoch konnten die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Dänemark ihr neugebautes Kloster in Holte – nördlich von Kopenhagen – offiziell einweihen.  
    Dem festlichen Ereignis vorausgegangen war ein langer Entscheidungsprozess, der im Einladungsschreiben wie folgt beschrieben wurde: „Ein langer Weg liegt hinter uns, der mit dem schweren Entschluss begann, unser bisheriges Haus – den Nordvanggaard – zu verkaufen. Nach einer zweijährigen Phase der Suche nach einem Käufer, entschloss sich die Rudersdal Kommune im Mai 2015, unser Kloster samt Grund zu kaufen und ein Zentrum für Flüchtlinge einzurichten. Zugleich begannen wir mit der Suche nach einer neuen Bleibe, die sich jedoch schwierig gestaltete, denn die dänische Bau- und Wohnweise mit großen Wohnzimmern und sehr kleinen, miteinander verbundenen Schlafzimmern, eignet sich nicht unbedingt für eine Ordensgemeinschaft. Daher beschlossen wir zuletzt, selbst zu bauen. Nach einer einjährigen Bauphase sind wir nun in unser neues Kloster eingezogen.“
    Bereits im Januar hatte Bischof Czeslaw Kozon den Grundstein des neuen Klosters gesegnet. Diesen Stein hatten die Schwestern von ihrem ehemaligen Haus in Bistup/Birkerød mitgebracht, das seit 1959 die Schwesternkommunität, die katholische Kirchengemeinde und ein Altenheim beherbergte.
    Das insgesamt 400 Quadratmeter grosse Kloster ist mit einer Solaranlage und einem umweltfreundlichen Warmluftsystem ausgestattet und bietet Platz für mindestens 5 Schwestern und hat zudem zwei Gästezimmer. Zu den bereits in Dänemark tätigen Schwestern sollen in Bälde noch zwei neue Mitschwestern stossen. Das neue Kloster liegt zwischen zwei katholischen Kirchengemeinden und eignet sich daher gut als ein geistliches Zentrum, wo Haus und Kapelle für pastorale Angebote wie Glaubenskurse, Gottesdienste, eucharistische Anbetung usw. geöffnet werden sollen.

    Ein Zentrum für geistliches Leben
    In seiner Predigt beglückwünschte Bischof Kozon die Schwestern zu ihrem neuen Kloster mit den Worten: „Wir feiern heute eine seltene, aber frohe Begebenheit in unserem Bistum, die Einweihung eines neuen Klosters. Für euch bedeutet dies ein doppeltes Fest, die Einweihung eurer Kapelle und den neuen Rahmen für euer Kommunitätsleben und zukünftiges Wirken. Die Kapelle soll das Herz dieses Hauses sein und hier, an diesem Ort, sollt ihr die Kraft für euer Apostolat und euer tägliches geistliches Wachstum finden.
    In seiner Predigt unterstützte der Bischof den Bedarf der Stärkung des geistlichen Lebens im Bistum Kopenhagen: „Es wird weiterhin wichtig sein, dass es Orte gibt, die als geistliche Zentren dienen, die die Menschen aufsuchen können. Möge euer neues Kloster ein solches geistliches Zentrum werden, das die Menschen neugierig darauf macht, euch und euer Apostolat kennenzulernen, und möge das Kloster ein Ort sein, von dem viele gute Dinge ausgehen und Menschen neue Kraft gewinnen können.“

    Im Anschluss an die Segnung aller Räume mit Weihwasser luden die Schwestern zu Suppe und gemütlichem Beisammensein. Hier bestand reichlich Gelegenheit, die rund 60 geladenen Gäste aus nah und fern kennenzulernen und zu begrüßen, unter ihnen auch die Provinzoberin der deutschen Provinz der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut – Sr. Maria Georg Loos -  und Sr. Ursel Beyerle, die von 2007-2009 der Kommunität als Oberin vorstand, sowie die ehemalige Oberin der Schwesterngemeinschaft auf Bornholm, die 2015 geschlossen wurde – Sr. Carina Pöppinghaus -  und Sr. Michaela Oettle aus Neuenbeken.

    Text: Sr. Anna Mirijam Kaschner, cps; Fotos: Niels Messerschmidt

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